10.11.2025

4. Eichstätter Hospiz- und Palliativtag

Mehr als 220 Teilnehmende besuchten den 4. „Eichstätter Hospiz- und Palliativtag“. Diesen organisierte das Team der Palliativstation des Klinikstandorts Eichstätt in Zusammenarbeit mit dem Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Malteser. Unter den Teilnehmenden befanden sich Ärzte, Pflegekräfte und ehrenamtliche Hospizbegleiter. Sie kamen vornehmlich aus dem süddeutschen Raum. Die Vorträge und Workshops im Schulzentrum Schottenau standen unter dem Motto „Magie der Kommunikation“.  

 

Der Bedarf an palliativmedizinischer Betreuung wird bis ins Jahr 2040 rasant ansteigen. Ursächlich dafür sind der demografische Wandel und die steigende Zahl der Menschen, die altersbedingt von chronischen Erkrankungen oder Krebserkrankungen betroffen sind. Alexander Anetsberger, Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender der Kliniken im Naturpark Altmühltal (KNA), erklärt in seiner Eröffnungsrede:

 „Insbesondere wegen des steigenden Bedarfs ist palliativmedizinische Versorgung, bei der ein erfahrenes Team mit dem modernsten Stand der Medizin die Patienten versorgt, essenziell.“ Im ersten Quartal des kommenden Jahres wird die Palliativstation am Standort Eichstätt in den vierten Stock des neu renovierten Nordflügels umziehen. „Die Patientenzahlen sind in diesem Jahr um 41 Prozent gestiegen. Das zeigt, wie wichtig dieses medizinische Feld für die Versorgung der Patienten jetzt und in Zukunft ist“, so Marco Fürsich, Vorstand der KNA.

Der Hospiz- und Palliativtag trägt dazu bei, die höchste medizinische Qualität jetzt und in Zukunft sicherstellen zu können, indem er fachlichen Austausch und neue Impulse ermöglicht. Der erste Hospiz- und Palliativtag fand im Jahr 2017 mit rund 80 Teilnehmenden statt.  Mittlerweile hat er sich zu einer festen Größe im Landkreis und darüber hinaus entwickelt.

Mehr als 220 Teilnehmende kamen, um den Austausch und die Vernetzung weiter zu optimieren. Als Hauptredner konnte heuer eine Koryphäe gewonnen werden: Professor Gian Domenico Borasio, Neurologe, Palliativmediziner und langjähriger Lehrstuhlinhaber in München und Lausanne.

Sein Bestseller „Über das Sterben“ wurde in acht Sprachen übersetzt. In Eichstätt referierte er über „Kommunikation, Kooperation und Multiprofessionalität in der Palliativ Care“. Zunächst ging er auf die „Palliative Care“ ein. Das Konzept umfasst die ganzheitliche und lindernde Betreuung für Menschen, die unter einer unheilbaren, fortschreitenden und zum Tode führenden Erkrankung leiden. Der Mediziner betont:

„Für die Betreuung der letzten Lebensphase ist die Kommunikation innerhalb eines interprofessionellen Teams entscheidend. Perspektiven sind vorurteilsfrei anzunehmen und in den Arbeitsprozess zu integrieren.“ Zuhören diene außerdem als wichtigster Faktor in der Kommunikation, um gemeinsam als Team eine ganzheitliche Versorgung umsetzen zu können.

Zu einem interprofessionellen Team gehören auch die Ehrenamtlichen – wie es auf der Eichstätter Palliativstation mit der ehrenamtlichen Malteser-Hospizbegleitung der Fall ist. „Sie sind unbezahlte Profis, die aus der palliativmedizinischen Versorgung nicht wegzudenken sind.“ Sie müssten in die Teamsitzungen inkludiert werden, damit sie vollständig in den Prozess der Versorgung involviert seien.

Hinsichtlich der Entscheidung am Lebensende sei es seitens des Mediziners wichtig, das Therapieziel klar zu definieren und zu klären, welche Erfolgsaussichten eine Therapie auf den weiteren Verlauf hat. Ferner sollte die Entscheidung konsistent mit den Wünschen des Patienten sein, wofür eine gemeinsame Entscheidungsfindung – zwischen Medizinern, Patienten und Angehörigen – bedeutend ist.

Nach den Impulsvorträgen von Professor Borasio konnten die Teilnehmenden in zehn verschiedenen Workshops die Einblicke in die Praxis vertiefen. Exemplarisch durften die Teilnehmenden in die Bereiche der Klangschalen- und Musiktherapie, der Kommunikation am Lebensende oder der spezifischen Kommunikation in einer Krisensituation hineinschauen. Der bunte Mix aus theoretischem Input und praxisnahen Einblicken, kam hervorragend bei den Teilnehmenden an.

„Es waren zwei starke Vorträge von Prof. Borasio. Diese haben noch einmal verdeutlicht, dass Medizin nicht schwarz/weiß ist, sondern Einzelfallentscheidungen von großer Bedeutung sind“, berichtet Veronika Wießinger, Oberärztin Anästhesiologie. Andrea Meinrath, ebenfalls Oberärztin Anästhesiologie, ergänzt: „Kommunikation ist eine der wichtigsten Künste in der Beziehung zwischen den Patienten und Betreuenden.“

Katharina Dubon und Melanie Reinalter, Pflegefachkräfte in der Palliativmedizin, konnten spezifisch zur Therapiezielführung aus dem Vortrag etwas mitnehmen. „Zukünftig werden wir verstärkt auf die Kommunikation mit den Palliativpatienten achten“, erzählen die beiden. „Der fundierte, aber dennoch kurzweilige Vortrag von Professor Borasio, dazu die praxisorientierten Workshops und Platz für Begegnungen und gute Gespräche, das alles machte einen einwandfreien Tag aus!“, fasst Rosemarie Kraft, ehrenamtliche Malteser-Hospizbegleiterin, zusammen.

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