01.03.2026
Promis und Facharzt berichten: Das bringt der „Dry January“ wirklich?
Kein Wein, kein Champagner, kein Feierabendbier? Und das auch noch freiwillig? Immer mehr Menschen starten das neue Jahr mit dem Vorsatz, einen Monat lang auf Alkohol zu verzichten.
Die Aktion „Dry January“ entwickelte sich 2013 in Großbritannien im Rahmen einer Gesundheitskampagne. Es sollte auf die gesundheitlichen Risiken von regelmäßigem Alkoholkonsum aufmerksam gemacht werden. Inzwischen hat sie sich weltweit verbreitet – auch Promis beteiligen sich
Verbesserte Diabetes-Werte
So auch der 76-jährige RTL-Kultmoderator Harry Wijnvoord („Der Preis ist heiß“). Regelmäßig nimmt er am „Dry January“ teil und lässt alkoholische Getränke links liegen. „Im Januar und während der Fastenzeit halte ich mich mit Zucker und Alkohol zurück. Ich fühle mich sehr wohl dabei und mir geht es hervorragend“, sagt er.
Und weiter: „Ich kann zwar nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich während des Verzichts tiefer schlafe oder ob ich mich energiegeladener fühle. Meine Diabetes-Werte haben sich aber definitiv verbessert.“ Auch außerhalb des Januars trinke die RTL-Legende nicht viel. Manchmal trinke er zwei oder drei Wochen gar keinen Alkohol.
Selbstdisziplin stärken
Der Schauspieler, Fernseh- und Radiomoderator Peter Illmann (66) beteiligt sich zum ersten Mal. Er moderierte unter anderem die ARD-Musiksendung „Formel Eins“, „P.I.T. – Peter Illmann-Treff“ (ZDF) und ist aktuell jeden Morgen mit seiner Show „P.I.M. – der Peter Illmann Morgen“ auf dem Radiosender „80s80s“ zu hören.
Urlaubsbedingt ist es für ihn kein „Dry January“, sondern ein „Dry February“. „Bisher habe ich keine Erfahrungen gemacht, freue mich aber darauf. Zwar habe ich immer mal eine Woche auf Alkohol verzichtet, aber noch keinen ganzen Monat.“
Durch die Medien habe er mitbekommen, dass der einmonatige Verzicht gut sein soll, weshalb er es selbst ausprobieren wolle. Seine Motivation: die Selbstdisziplin zu stärken und sich selbst zu beweisen, dass es einen Monat ohne Alkohol gehen kann.
Eigenes Trinkverhalten reflektieren
Er ergänzt: „Ich möchte auch meiner Leber und Gesundheit etwas Gutes tun. Außerdem hilft es, das eigene Trinkverhalten zu reflektieren und das erste Glas nach dem Verzicht ganz anders zu genießen.“
Laut dem Moderator sollte nicht nur der Verzicht auf Alkohol im Fokus stehen, sondern „jeder sollte mal auf das verzichten, was er zur geliebten Gewohnheit gemacht hat“. Dies könne etwa das Abschalten des Internets sein oder die Zeit, die auf Social Media verbracht wird, zu reduzieren. „Dann können manche ihr Essen wirklich genießen, ohne gleich ein Foto davon machen zu müssen“, so der Moderator.
Alkohol für zahlreiche Erkrankungen verantwortlich
Dass der „Dry January“ nicht nur ein Trend, sondern auch aus medizinischer Sicht sinnvoll ist, bestätigt Joachim Christ (55). Er ist Chefarzt für Gastroenterologie und Ernährungsmedizin an den Kliniken im Naturpark Altmühltal (KNA). Der KNA-Standort in Eichstätt (Bayern) ist seit April 2025 als „Ernährungsmedizinische Schwerpunktklinik“ ausgezeichnet.
Christ erklärt: „Alkohol schädigt die Zellen aller Organe. Über 200 Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Hierzu zählen eine Fettleber, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verschiedene Krebsarten sowie ein erhöhtes Demenzrisiko.“
Kleine Pause mit großer Wirkung
Auch ein regelmäßiger Alkoholkonsum in kleinen Mengen kann laut dem Ernährungsmediziner „gesundheitliche Schäden verursachen“. Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ (DGE) hat deshalb ihre Empfehlungen angepasst und betont, dass es keinen risikofreien Konsum von Alkohol gibt. Aber profitiert der Körper von ein paar Wochen Verzicht überhaupt?
Ja, klar! Ein kompletter Alkoholverzicht über vier Wochen kann bereits messbare gesundheitliche Vorteile bringen. Neben der Senkung des Blutdrucks, können die Leberfunktion normalisiert und der Schlaf optimiert werden.
Vorsicht bei Alkoholabhängigkeit
Ferner könne sich laut Christ die psychische Stabilität verbessern. Studien zeigen, dass viele Teilnehmende auch langfristig weniger Alkohol konsumieren, da sich die Teilnehmenden ihr Trinkverhalten bewusst machen. Dies betreffe sowohl die Menge als auch die Häufigkeit des Konsums.
Bei Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit ist allerdings Vorsicht geboten. „Hier kann es durch den radikalen Entzug zu negativen Effekten kommen, wobei in jedem Fall der Hausarzt kontaktiert oder im Notfall eine Klinik aufgesucht werden sollte“, betont der Facharzt.













