16.10.2025

14. Kardiologie-Symposium in Eichstätt: Wissen, Vernetzung und Prävention im Fokus

Zum 14. Mal fand das Kardiologie-Symposium „Aktuelle Brennpunkte in der Kardiologie“ im Alten Stadttheater Eichstätt statt. Nach 17 Jahren war es das letzte unter der Leitung von Prof. Helmut Kücherer, Chefarzt Kardiologie der Kliniken im Naturpark Altmühltal (KNA). Der Chefarzt wird den Stab ab dem 1. April 2026 an Dr. Martin Schiller übergeben. Der Mittelpunkt des Abends: die Vernetzung des stationären und ambulanten Versorgungssektors.

 

Alle 90 Sekunden stirbt ein Mensch in Deutschland an den Folgen einer kardiovaskulären Erkrankung. Aufs Jahr hochgerechnet – das belegen Zahlen aus 2023 – sind das rund 350 000 Todesfälle. Damit gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Todesursachen. In Deutschland, wie auch weltweit.

Umso wichtiger ist es, dass eine adäquate kardiologische Versorgung regional zur Verfügung steht. Um kardiologische Behandlungen auf höchstem Niveau zu gewährleisten, setzt der Landkreis Eichstätt auf gezielte Investitionen in die Zukunft der Kardiologie.

Bernhard Sammiller, stellvertretender Landrat, erläutert: „Exemplarisch haben wir im vergangenen Jahr das Herzunterstützungssystem ‚Impella‘ angeschafft. Das Gerät kann im Falle eines kardiogenen Schocks die linke Herzhälfte unterstützen.“ Außerdem ist im vergangenen Jahr der neue Herzkatheter-Messplatz integriert worden. Er liefert eine bessere Bildqualität und überzeugt mit einer verbesserten Strahlenhygiene.

Im Rahmen des Symposiums betonte Prof. Kücherer zudem, dass es von höchster Bedeutung sei, dass sich die Kardiologie stetig an den wissenschaftlichen Fortschritt anpasse, und eröffnete das Symposium mit dem Vortrag „Brustschmerz revisited: Herausforderungen für den behandelnden Arzt“.

Dr. Werner Paul, Diabetologe aus der Internistischen Gemeinschaftspraxis in Friedberg, betonte, dass tägliches Sitzen von acht Stunden das kardiovaskuläre Risiko um 80 Prozent steigert. Ähnlich gefährlich wie regelmäßiges Rauchen. Auch zu viele Kohlenhydrate seien ein unterschätzter Risikofaktor für Übergewicht und Diabetes.

Etwa in Form von Brot, das aufgrund des hohen Kochsalzgehalts den Blutdruck auch noch ungünstig erhöht. Proteine – am besten aus gemischten gesunden Quellen wie Fisch, magerem Geflügel, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen und Kernen – seien hingegen für den Erhalt und die Funktion der Muskulatur, des Bindegewebes sowie auch von Gehirn und Immunsystem essenziell.

Und Bewegung? „Gehen rettet Leben“, sagt Dr. Paul. „Zahlreiche Menschen haben Probleme, die empfohlenen 60 bis 75 Minuten täglich in den Alltag zu integrieren. Doch schon ein paar Minuten Bewegung am Tag können das Risiko enorm senken. An den Wochenenden besteht zusätzlich die Möglichkeit, ein Bewegungsdefizit aus der Woche auszugleichen.“ Dabei sollte spätestens ab dem 40. Lebensjahr auch Krafttraining eingebaut werden.

Dr. Stephan Tretzel, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie aus der Internistischen Facharztpraxis in Regensburg ergänzt: „Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Je niedriger er ist, desto besser. Passende Medikamente, Bewegung und Ernährung sind hier ebenso das Mittel der Wahl.“

Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontinuierlich zunehmen und die Behandlungsmöglichkeiten differenzierter werden, wird auch eine optimierte Bildgebung essenziell. Dr. Martin Schiller, leitender Oberarzt der KNA-Kardiologie, referiert anhand anschaulicher Beispiele über bildgebende Verfahren und deren Vernetzung mit kardialer Funktionsdiagnostik, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine Beteiligung angrenzender Organe besser erkennen und behandeln zu können.

„Nicht bei jedem Patienten ist ein Kathetereingriff erforderlich – oft lässt sich mit nichtinvasiver Diagnostik bereits viel erreichen“, so Dr. Schiller. „Ist aber doch ein Herzkatheter nötig, stehen verschiedene invasive Verfahren zur Verfügung, um die Therapie zu steuern und individuell zu gestalten.“

Die Beiträge aus dem regionalen und überregionalen Umfeld kamen beim Fachpublikum hervorragend an. „Es war für mich ein hilfreiches wissenschaftliches Update. Ich kann zahlreiche Empfehlungen für meinen Praxisalltag mitnehmen“, sagt eine Teilnehmende. Armend Kabashi, Assistenzarzt Innere Medizin am Standort Eichstätt, fügt hinzu: „Mich hat überrascht, dass sich ein Bewegungsmangel ausgleichen lässt – eine sehr wertvolle Erkenntnis des Abends.“

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